Samstag, 26. Juli 2008

The call of the wild


Freitag, Punkt zwölf Uhr mittags verdunkelten sich meine beiden Bildschirme, der weltbeste Feeder und ich waren endlich frei und draussen vor dem Tor warteten mein Rucksack und meine Bergschuhe, Alfred, ein wunderschöner Sommertag und 5 Wochen Ferien.
Auf dem Weg zur Tierwies im Alpstein verlor ich nach und nach jegliche Anspannung und stimmte mich Schritt für Schritt auf die nahenden Abenteuer ein.
Was für ein herrlicher Tag mit wunderbarer Aussicht - in die Täler und auf die Ferien!
Es waren sicherlich die besten Bedingungen für einen gelungenen Urlaubsstart.
Vier Tage noch, dann beginnt ein neues Kapitel "Kanada". Mein Liebster und unsere Kajaks warten schon im Yukon, die Ausrüstung ist beinahe verpackt und meine Gedanken sind mehr dort als hier.
Am Oberlauf des Pelly River werden wir die Boote einsetzen, dann geht es über Pelly Crossing nach Fort Selkirk, wo der Pelly in den Yukon mündet. Nächstes Ziel ist erst mal die alte Goldgräberstadt Dawson City und falls wir dort beim Schürfen nicht fündig werden geht es weiter auf dem Yukon nach Eagle in Alaska.
Wenn wir es bis dorthin heil geschafft haben, holt uns hoffentlich Jerry mit dem Truck ab und bringt uns und die Boote sicher zurück nach Whitehorse.
Und wenn nicht...dann gibt's Stoff für Lagerfeuergeschichten.

Soweit die theoretische Kurzform.

Da hätte ich nur noch einen klitzekleinen, bescheidenen Wunsch: liebe Lufthansas und Verdis, macht bitte am Donnerstag eine Streikpause!!

Bush- Wild Horses [mp3]
Cat Stevens - Wild World [mp3]
Avril Lavigne - Happy Ending [mp3]

Montag, 21. Juli 2008

The distance between us


You take my breath away
And yet you're all I'm breathing for
I always want that little bit more of what you do
And I still feel today
The way I felt the first time we kissed
You made me live, not simply exist
Broke like a clear view out of the mist
I'd known
You turned my life to up from down
Taken me from lost to found
Raised me up and now I see
How high we are
And every night before I sleep
I hope and pray you're mine to keep
It's all I can do to thank my lucky stars

The distance between us
'Cos close is never close enough
And there's a world beyond your touch
I want to climb inside of you
And see your heart beat
Your heart beat
So now and here we are
Within a land that we're making our own

I can't believe how devotion has grown
And still it grows
We're not the first to fall so far
Won't be the last to give our hearts
But now it's me and now it's you
We own this love
Sounding out the way I feel
Reminds me that this dream is real
All that I can do is thank my lucky stars

I've never felt like this before
Never felt this way before
Can't get close enough
Or stop myself from wanting more

Apocalyptica - Faraway [mp3]
Metallica - Nothing Else Matters [mp3]

Dienstag, 15. Juli 2008

Die letzte Männerbastion...

...ist geknackt, der quälende Penisneid gehört hiermit endlich der Vergangenheit an:















Hehe. Die simple Story hinter Whiz Freedom: Mann pinkelt in die Konservenbüchse, oder ins Gurkenglas. Aber was macht Frau, wenn sie im Kajak sitzt, mitten in der Wildnis, links Canyon, rechts Canyon und weit und breit keine Sandbank in Sicht?
Richtig. Whiz Freedom ansetzen, Gurkenglas drunter und los geht's. Funzt nicht? Denkste, funzt super, schon ausprobiert und für Erheiterung gesorgt...und: gleiches Recht für alle - mindestens jedes zweite Lagerfeuer im Yukon ist meins ...;-))
















Tim Hardin - Hang On To A Dream [mp3]

The Beautiful South - Don't Fear The Reaper [mp3]

Sonntag, 13. Juli 2008

Und dann kam Daniel...





















...mit Klatsch und Tratsch, Skandalen und Skandälchen aus dem alten Konstanz.
Es war wieder mal so weit. Stadtführung die soundsovielte für Kollegen, Eingeborene und Reingschmeckte .
Einmal im Jahr Rollentausch, sich wie ein Touri fühlen, mit dem Foto alles Interessante Uninteressante ablichten wie ein Japaner, die Stadt mal anders sehen und neu entdecken mit Daniel, das ist Kult.
Bei wunderschönem Sommerwetter zogen wir vom Bodanplatz aus durch Stadelhofen Richtung Stadtkern und liessen uns von Daniel entführen an mittelalterliche Schauplätze des Grauens. Eine Gänsehaut jagte die andere, als der Historiker uns mit schauerlichen Geschichten über die Schappelers und die Stickels fütterte. Die historischen Mittel der Züchtigung liessen es uns immer wieder kalt über den Rücken laufen, was nicht mal unangenehm war in Anbetracht der hohen Lufttemperaturen.

Die Allianz der heissen Geschichten mit der Hitze der Stadt trieben uns am Schluss in den Biergarten, wo sich unsere ausgetrockneten Leiber und dürstenden Lippen an kühl-schäumendem Hopfensaft laben durften. Bevor der drohende Gewitterregen mein Bier verdünnen konnte, hatte ich mich verdünnisiert.
Das war wieder mal ein supertoller Ausklang der umtriebigen Arbeitswoche - Dank an Daniel und den grossen Organisator Königssohn!

Guano Apes - Big In Japan [mp3]
Avril Lavigne - Together [mp3]

Anatevka meets Konstanz


Welch ein Genuss, an einem wunderschönen, lauen Sommerabend am Konstanzer Münsterplatz auf das Schtetl Anatevka, dessen sympathischen Bewohner Tevje nebst Frau und ihren Stall halbwüchsiger Töchter zu treffen!
Das Musical vor historischer Kulisse war ein Bühnenschmankerl der besonderen Art, ein Stück voller Lebensweisheit und verschmitztem Humor. Wunderbare Akteure, die nicht nur grossartig spielten, sondern auch ihre Sangeskünste nicht verstecken brauchten, wurden von melancholischem Klezmer unaufdringlich begleitet.
Man konnte eintauchen in das Treiben in Anatevka, teilhaben am mehr oder weniger bunten Leben seiner Bewohner dank der realistischen Altstadtfassaden-Szenerie.
"Wenn ich einmal reich wär'. . . " - dieser Wunsch ist mehr als das Streben nach Geld und Gut: Reichtum heißt für den Milchmann Tevje auch Vertrauen, gute Gesprächspartner, familiäres Glück - für die Juden aus Anatevka eine Vision, die sie leben läßt, und für das Theaterpublikum der Schnittpunkt zwischen Bühne und Leben.
Begeisterter Beifall am Ende des ohne Pause gespielten Stücks wurde zu meiner grossen Verwunderung flankiert von einem Schild, auf dem tatsächlich zu lesen war: "Bitte leise applaudieren". Hatte ich etwas verpasst? Oder sollte das gar ein Witz sein?
Es wurde ganz und gar nicht leise geklatscht, sogar laute Beifallsrufe waren zu hören und aus den Reaktionen der benachbarten Zuschauer konnte ich folgern, dass es sich bei dem Schild keineswegs um einen Scherz handelte. Zuhause recherchierte ich dann in alten Zeitungen, und meine Befürchtungen bestätigten sich. Diese tolle Inszenierung, dieser Glückswurf für Konstanz wird von einem Häuflein kleinkariertem Bürgertum konterkariert?
Ich staune, obwohl ich ja schon des öfteren mit lärmgeplagten Konstanzern konfrontiert wurde.
Das darf alles gar nicht wahr sein, in welcher Stadt leben wir eigentlich???

Konstanz, eine weltoffene Stadt mit toleranten Menschen, für mich eine Vision und der Schnittpunkt zwischen Kunst und Leben.

Samstag, 12. Juli 2008

Bang your head




Apocalyptica - die apokalyptischen Reiter in der legendären Grossen Freiheit 36 in Hamburg. Seit Wochen war das Konzert ausverkauft und ich erfuhr erst am Samstag vorher davon, als ich anlässlich einer kommenden Tagung mal eben abends durch Hamburg googelte, um lohnende Events ausfindig zu machen.
Nicht gut, aber ich war wild entschlossen, Karten oder mindestens Eine dafür aufzutreiben. Bei ebay bot sich erst ein, später zwei Tickets. Das Erste machte ich gleich klar, das Zweite stand unter Beobachtung bis Sonntagabend. Um 23:58 Uhr war es dann mein. Freude...
Am nächsten Morgen ging mein Flieger schon relativ früh, da hatte ich anschliessend Zeit die Karten in HH einzusammeln um dann noch rechtzeitig zur ersten Tagungsrunde zu kommen.
Mein erstes Ticket hatte Mandelentzündung, das Zweite war zur Spätschicht verdonnert...traurig, wie das Leben manchmal spielt...des einen Leid, des anderen Freud.

Unter den Tagungsteilnehmern fanden sich dann drei weitere Apocalyptica Fans, ebay bot nochmals zwei Tickets aufgrund einer Blinddarmentzündung - das letzte erstanden wir 20 Minuten vor dem Konzert.

Der Sommer hatte inzwischen auch in Hamburg Einzug gehalten, die grosse Freiheit platzte aus allen Nähten und drinnen war ne Bombenstimmung. Es floss das Bier und der Schweiss ohne Fleiss schon vor dem Konzert - als die Apocalyptiker dann endlich unter frenetischem Applaus die Bühne betraten gab es kein Halten. Die Jungs brachtenn ihre Celli mit "Worlds Collide", "Grace" und "Last Hope" förmlich zum Brennen - die Temperatur im Saal stieg analog gut und gerne auf gefühlte 40°C.
"Bittersweet" und "Path" erzeugten dann trotz der Hitze eine Gänsehaut und die Headbangers im nahen Umfeld sorgten zusätzlich für frischen Wind.
Perttu Kivilaakso riss sich das Shirt vom nassgeschwitzten Leib und Eicca Toppinen fragte schüchtern ins Publikum: "wollt ihr schwimmen lernen wie Delphine?". Zur Abkühlung hätten wir das sicher alle gerne getan, die Antwort aus 1.300 Kehlen läutete dann aber die Coverversion von David Bowies "Heroes" ein.
Erstaunlich, wie die Jungs unbeeindruckt von der Hitze teuflisch wild ihre Celli bearbeiteten und ihre Köpfe kreisen liessen, einer knappen Andeutung zufolge würden sie aber lieber im Winter hier spielen.
Bei der letzten Zugabe ertönte dann endlich der "Seemann", auf den ich so lange gewartet hatte. Klasse, auch ohne die Stimme Nina Hagens.
Danach zog es uns rasch raus aus dem Schwitzkasten, die Luft hatte sich zum Glück etwas abgekühlt und wir liessen den Sommerabend auf der Reeperbahn ausklingen...vier Celli, fünf Finnen, eine tolle Stadt und nette Menschen...ein Sommernachtstraum!

Apocalyptica - Bittersweet [mp3]
Apocalyptica - Seemann [mp3]