Freitag, 30. Oktober 2009

Sie sind nicht tot - sie haben nur die Saiten gewechselt


Naja, bis Weihnachten isses noch ein bisschen. Wie mir zu Ohren gekommen ist, sind aber viele von euch schon fleissig am Wunschzettel schreiben. Vielleicht ist euch der alleinige Wunsch nach einer besseren Welt auch zu abgefahren und der Plattenschrank oder die Festplatte lässt keine Wünsche mehr offen, dann gibt es hier, speziell für Musikfans und passend zur Jahreszeit eine kleine, morbide Empfehlung:

†  Kalendarium toter Musiker für das Jahr 2010  † 

2010 und es gibt ihn wieder! Der Kultkalender ist zurück. Mit noch mehr Toten! Auf 480 Seiten warten über 1100 verstorbene Musiker und Musikerinnen darauf, wiederentdeckt und unter Zuhilfenahme hochprozentiger Getränke gewürdigt zu werden.

Bestellen kann man das gute Stück bei Onkel & Onkel - also, nichts wie drauf auf den Wunschzettel !

The White Stripes - Walking With A Ghost [mp3]
INXS - Devil Inside [mp3]
The Ventures - He Never Came Back [mp3]
Greatful Dead - Friend Of The Devil [mp3]
Black Sabbath - Black Sabbath [mp3]

Es sind Worte, nur Worte

Der Eine und der Andere. Beide in einem Boot. Sie segeln zwischen zwei Polen, der sicheren Bucht und dem bewegten offenen Meer. Existenzielles Schwimmen, zwischen Aufbruch und Abschiednehmen. Eine Unterhaltung, bestehend aus fragmentierten Sätzen und unzulänglichem Satzgerüst füllt die Szenerie, beeindruckend untermalt von den aufwühlenden Klängen eines Cellos.

Ich habe es getan
Wie hast Du es getan?
einfach so

Der Eine, überdrüssig des Lebens, des Lärms der Anderen und seiner selbst. Der Gedanke, vom Boot zu springen, es einfach zu tun, auch wenn es Angst macht, lässt ihn nicht los. Der Andere versucht zu vermitteln, zu ergänzen und zu verstehen, folgt den Erklärungen des Einen, Erklärungen, die sich auflösen, die sich immer wieder verlieren an den Grenzen der Sprache.

Das sind alles nur Worte. Es ist alles ausgedacht.

Fosse zeichnet poetische, vielschichtige Sprachlandschaften, deren Wortgewalt sich durch Aussparung, durch Reduktion auf das Unwesentliche auszeichnet. Es, das vermeintlich Wesentliche bleibt nebulös, wird durch das Unaussprechliche ausgedrückt, drängt sich dem Zuschauer auf im Scheitern der Sprache. Ein logisches Paradoxon.

Ich fühle mich so schwer, so schwer wie ein Stein
Du meinst, grau?
Ja. Grau. Nein. Grau ist nicht hässlich. Grau ist schön. Und hässlich.

Handlung gibt es in diesem Stück kaum, es offenbart sich einem eher als Meditation, als Landschaft oder schwebender Zustand zwischen Leben und Tod. Die imaginäre Wirklichkeit wird unterstützt durch ein Bühnenbild, welches ebenso reduziert ist, wie das Stück selbst. Die beiden Männer sitzen auf einem schwankenden Balken, dahinter ist ein netzartiges Segel gespannt. Befreiende Aufbruchstimmung kommt auf, als auf dem Balken gespeist und Schnaps gekippt wird. Die Koketterie mit anheimelnder Normalität ist jedoch von kurzer Dauer. Der Eine stellt sich euphorisch in den Wind, will hinaus in die ungewisse Weite, der Andere klammert sich an den Anker der Sicherheit versprechenden Bucht. Der Eine lässt sich nicht beirren, segelt hinaus, lässt alle Fixpunkte hinter sich. Das Boot wird zum Spiel der Wellen. Und dann passiert es.

wo bist Du? wo bist Du?

Jegliche Rettungsversuche scheitern. Der eine ist fort. Fort mit dem Wind. Das Scheitern manifestiert sich in verzweifeltem Aufbäumen gegen das Unfassbare.

ich bin fort mit dem Wind - ich bin der Wind 

Fosse erzeugt in diesem sperrigen Stück eine triste Stimmung, die nicht leicht zu ertragen ist. An manchen Stellen entsteht der Wunsch, die Protagonisten von der Stange zu werfen, um der Befindlichkeitsfolter ein Ende zu setzen. Manchmal fragt man sich, ob nicht das Cello allein das Stück sehenswert macht.
Doch das täuscht. Die Kraft von Fosse's Sprache wirkt nach, erschliesst sich einem in ihrer Tiefe erst nach dem Verlassen des Theaters. Auch Stunden später bleiben unklare Gedanken, die aber nach und nach einer klaren Faszination weichen.

Jon Fosse "Ich bin der Wind" / Regie Wulf Twiehaus / Stadttheater Konstanz

Arcade Fire - Cold Wind [mp3]
Juliette Lewis - Suicide Dive Bombers [mp3]
The Decemberists - Lost At Sea [mp3]
Regina Spektor - Sailor Song [mp3]
The Unicorns - Sea Ghost [mp3]

Dienstag, 27. Oktober 2009

Montag, 26. Oktober 2009

Die Schönheit der Welt atmen

Der Johnston Lake liegt mitten im Wald, auf knapp 2.800 m. Es war noch dämmrig und ziemlich kühl, als ich morgens aus dem Zelt kroch. Um mich aufzuwärmen, zündete ich erst mal ein Feuer an. Die Vögel regten sich langsam und fingen an zu zwitschern, der See lag still und glatt wie ein Spiegel eingebettet zwischen den Bäumen, es roch betörend nach frischem Harz. Plötzlich knackte es hinter mir. Ich erschrak und fuhr herum. Aus dem Unterholz sprang ein Reh mit zwei Kitzen, die neugierig und ohne Scheu zu mir rüberschauten. Erleichtert über diesen erfreulichen Besuch holte ich erst tief Luft und dann die Kamera, setzte mich hin und während ich das Spiel der Tiere beobachtete, überkam mich ein tiefes Glücksgefühl.
Die Schönheit der Welt atmen...



Die folgende Etappe führte über den 2.957 m hohen Gladys Pass, durch die urtypische Landschaft der Sierra Nevada. Tiefblaue Seen, eingebettet in grüne Täler, die mit hellgrauen Granitblöcken übersät sind und gewaltige Felsmassive, die darüber thronen. Selten zuvor hatte ich etwas Schöneres gesehen.
Ab und zu trafen wir andere Wanderer, die meisten waren vom Yosemite Valley gestartet und kamen uns deshalb entgegen. Wie gehts? Wo kommt ihr her? Wo geht es hin? Erfahrungen wurden ausgetauscht, dann ging jeder wieder seines Weges.

Nach ca 18 km erreichten wir den Thousand Island Lake. Es war schon Abend und wir beschlossen, an diesem wundervollen Platz die Nacht zu verbringen. Ein Amerikaner, der redete und aussah wie Jack Nicholson, verriet uns, wo hier die schönsten Camp Spots sind und gab uns allerlei Tipps mit auf den Weg.
Es soll hier ziemlich viele Bären geben, das bestätigte uns auch eine Rangerin, die wenig später vorbeikam und kontrollierte, ob unsere Lebensmittel in Bear Cans verpackt sind.

Mit einem grandiosen Blick auf die tausend Inseln im See und den Banner Peak liessen wir den Abend am Lagerfeuer ausklingen. Lange noch lauschte ich in die Stille der Nacht hinaus. Jede Nacht hat wohl ihre eigenen Geräusche. In dieser Nacht war es das Heulen der Kojoten, welches immer wieder die Stille durchbrach. Das klang unheimlich und doch irgendwie schön.

Samstag, 24. Oktober 2009

In die Säulenhalle des Teufels

Mammoth Lakes befindet sich auf 2.400 m ü.M. und dementsprechend frisch ist die Luft, die uns am frühen Morgen beim Verlassen des Motels um die Nase weht. Das nächste Cafe ist nur ein paar Schritte weit und während wir auf die pancakes mit Heidelbeeren warten, verschicken wir noch die letzten emails in die Heimat.
Trotz oder gerade wegen der "freien" USA sind begehrte Backcountry Trips wie der John Muir Trail stark kontrolliert, es werden pro Tag nur eine sehr begrenzte Anzahl von Permits an Wanderer vergeben. Durchaus sinnvoll, denn diese Massnahme schützt die fragile Tier- und Pflanzenwelt und bewahrt die Natur in einem weitgehend ursprünglichen Zustand, ganz im Sinne des Naturschützers John Muir, nach dem dieser Weg benannt ist.
Mit einem Coffee to go gehts anschliessend zum Ranger Office, wir holen unser Wilderness Permit und die letzten guten Ratschläge ab und sitzen wenig später im Shuttle-Bus Richtung Red's Meadow, unserem Einstieg auf den John Muir Trail. Obwohl der Bus gut gefüllt ist, lässt es sich der Fahrer nicht nehmen, auf halber Höhe noch eine quirlige Schulklasse einzuladen - tausche einen Sack voller Flöhe gegen Sardinenbüchse!!!
Es ist schon Mittag, als sich die Bustüre öffnet, inzwischen gibt die Sonne ihr Bestes und wir wandern schwitzend im Pulk der Tagestouristen erst mal Richtung Devil's Postpile und Rainbow Falls.
Die Säulenhalle des Teufels befindet sich nur wenige Kilometer von der Andreasspalte. Dieses Monument sieht aus wie eine riesige Kirchenorgel. Vor weniger als 100'000 Jahren floss Basaltgestein als Lava in das vergletscherte Tal und die Luft kühlte das 120 Meter dicke flüssige Gestein an der Oberfläche ab. Dabei zog sich die Basaltmasse zusammen und es entstanden sechseckige Bruchstücke in der Form von Bienenwaben. Sehr beeindruckend! Auch die nachfolgenden Rainbow Falls machen ihrem Namen alle Ehre. Mach ein Bild von mir, dann mach ich eins von dir und dann nichts wie weg auf den Weg in die Stille.

Gleich nachdem wir zurück von den Falls auf den John Muir Trail abbiegen, lassen wir die Menschenmassen hinter uns und folgen unserem eigenen Rhythmus - ein Schritt nach dem anderen, ein Atemzug, zwei Schritte, einmal Ausatmen zwei Schritte - der immer wiederkehrende Rhythmus der Berge.
Unser Tagesziel Glady's Lake wollen wir vor Sonnenuntergang erreichen, doch es geht ständig leicht bergauf, die geschätzten 20 kg Gepäck ziehen mächtig an den Schultern und wir sind müde und hungrig. Etwa 3 km vorher, am Johnston Lake entdecken wir einen wunderbaren Platz für's Lager und wir beschliessen, dort die Nacht zu verbringen. In Kalifornien beträgt die Spanne zwischen Dämmerung und Nacht etwa 30 Minuten, die Zeit reicht gerade, um Holz für das Feuer zu sammeln, das Zelt aufzubauen und zu Kochen. Kurz bevor wir uns verkrümeln, kommt ein Reh am Lager vorbei und wünscht gute Nacht. Dann wird es dunkel.

Als wir in die Schlafsäcke kriechen - es ist grade mal 21 Uhr - haben wir nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Im Gegenteil - es passt alles.

Freitag, 23. Oktober 2009

Schweinegrippe...

...oder: was nützt einem Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist ?

aus der taz :

Machen Sie alles falsch!
 
So geht es in zehn Schritten über die Angst vor der Seuche, die Furcht vor der Zwei-Klassen-Medizin und die Abneigung gegen Politiker hin zum totalen PR-Desaster.

1. Sorgen Sie für eine diffuse, angstverbreitende Problemlage und nennen Sie das Problem beim Namen eines Tieres, das für seine Körperhygiene nicht bekannt ist. Prophezeien Sie das Ende der Menschheit, mindestens aber das Ende aller menschlichen Körperkontakte.

2. Sorgen Sie dafür, dass durch dieses alarmistische Meldesystem jeder einzelne Fall bekannt wird. Heizen Sie damit die Stimmung an. Gut auch, wenn das Problem aus dem bösen Ausland stammt und jede Minute herüberzuschwappen droht. Verbreiten Sie in den Medien flächendeckend Bilder von vermummten Menschen hinter Quarantänezellenfenstern, die Augen blicken traurig bis verzweifelt. Scheuen Sie sich nicht, dafür Kinder zu benutzen.

3. Vermeiden Sie einfache Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit, wie die Aufstellung von Desinfektionsmitteln in öffentlichen Räumen. Ignorieren Sie gute Beispiele aus dem Ausland. Sie wissen ja: Es kommt ganz dicke, da nutzt das sowieso alles nichts.

4. Bringen Sie stattdessen zwei verschiedene Impfstoffe in Umlauf. Raten Sie der einen Gruppe zum einen und warnen Sie die andere Gruppe vor dem anderen. Sorgen Sie dafür, dass Kinder- und Frauenärzte frühzeitig Bedenken an dem für die Normalbevölkerung gedachten Impfstoff anmelden und gerade die weltschützenswerteste Gruppen der Schwangeren und Kleinkinder in Gefahr scheinen. Je mehr Mediziner sich äußern, desto besser. Tun Sie alles, um die Lobby der Impfgegner zu stärken.

5. Verteilen Sie den Impfstoff, der nicht in der Kritik steht, an in der Bevölkerung ohnehin nicht unbedingt sympathieerzeugende Gruppen wie Beamte, Politiker und Bundeswehrsoldaten. Schüren Sie in den Medien dank Ihrer guten Kontakte zu Sozialverbänden und SPD-Gesundheitspolitikern die aufwühlende Debatte um die Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland. Nur zwei Klassen? Reagieren Sie auf diese Vorwürfe aber erst mal gar nicht.

6. Behandeln Sie die Bestellung von Impfstoffen als eine Art Nebensache. Als Innenministerium: Nehmen Sie das billigste Mittel, aber bestellen Sie möglichst früh. Bei billig muss man schnell zuschlagen. Wenn das Mittel keine Wirkstoffverstärker hat, umso besser. Warten Sie ab, es wird sich noch auszahlen.

7. Rücken Sie erst später mit der Sprache raus. Damit, dass der teurere Impfstoff in 50 Millionen Dosen übers Land verschippert wird. Schieben Sie alles auf die böse Pharmaindustrie. Demonstrieren Sie Machtlosigkeit.

8. Gehen Sie da als Kanzlerin vorneweg. Mit der Aussage, erst mal Ihren Hausarzt fragen zu müssen, wie sinnvoll eine Impfung überhaupt ist, beweisen Sie Kernkompetenz beim Thema und distanzieren Sie sich von der eigenen Entscheidungsmacht. Überlassen Sie das nicht Ihren Partei-Hardlinern wie den beiden Wolfgangs, Schäuble und Bosbach, die sich gar nicht erst impfen lassen wollen.

9. Vertreiben Sie auch noch die letzen Impfwilligen, indem Sie klarmachen: Ist alles schlecht. Oder: "Gleichgültig, was verimpft wird, es gibt immer Nebenwirkungen." (Klaus Vater, Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums)

10. Die von Ihnen medienwirksam in Szene gesetzte Pandemie bleibt aus. Gänzlich ungeimpft.

Dann doch lieber geimpft mit guter Musik das Sauwetter am Wochenende geniessen.
Da macht ihr nichts falsch :)

Fucked Up - Year Of The Pig [mp3]
Converge - Year of the Swine [mp3]
Sparklehorse - Pig [mp3]

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Motel 6



Der Morgen danach ist wie eine Erlösung. Das Frühstück teilen wir mit zahlreichen, frechen Squirrels, gönnen uns danach eine ausgiebige Dusche und packen dann unser Geraffel ins Auto.Wie gehabt fehlt mal wieder der Spiritus für den Trangia Kocher. Nachdem wir alle Shops im Valley abgeklappert haben, werden im letzten fündig. In der Ranger Station besorgen wir noch für 10$ Ausleihgebühr 2  Bear Cans - unkaputtbare Lebensmittel-Kanister, die von den Bären nicht geknackt werden können und einem vor bösen Überraschungen in der Wildnis bewahren - dann gehts los. Das Auto bei Happy Isles abstellen, alle Lebensmittel und Kosmetika, welche wir nicht auf den Trail mitnehmen, in die Stahlschränke am Parkplatz stopfen (die Bären brechen sonst in den Wagen ein) und dann Rucksäcke packen. Das zieht sich. Brauchen wir 2 Shirts oder reicht eines? 6 Mahlzeiten oder doch lieber noch eine Reservepackung? Die gefriergetrocknete Trekkingnahrung haben wir aus Deutschland mitgebracht, sie ist optimal zur Gewichtsreduzierung und passt wie angegossen in die Bear Cans. Irgendwann ist alles verschnürt und wir traben mit der ungewohnt schweren Last Richtung Bus-Stop. Pünktlich um 17 Uhr fährt YARTS Richtung Mammoth Lakes, an der Ostseite der Sierra Nevada entlang, über den Tioga Pass mit wunderschönem Blick auf den Abendhimmel, am Mono Lake vorbei. Während der Fahrt erhalten wir eine Gratislektion über den American Way Of Life eines Busfahrers. Die Kinder, die Ehen, die Motorradtouren, die Besäufnisse und alle anderen Abenteuer erzählt der gesprächige Driver lauthals allen, die es hören oder nichthören wollen und macht damit die 3-stündige Tour zum kurzweiligen Erlebnis. Dann leert sich der Bus allmählich, es ist schon dunkel als wir ankommen und wir haben noch keinen Plan, wo wir in Mammoth Lakes unser Lager aufschlagen werden. Kein Problem, unser Fahrer weiss natürlich Bescheid.

Das Motel 6 ist gleich neben der Haltestelle, preisgünstig und komfortabel und wir geniessen ausgiebig die letzte Nacht im weichen Bett.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Wärme statt Autos - ein Lichtblick



Na also, es geht doch.
VW und der Öko-Stromanbieter Lichtblick wollen synergetisch mit Minikraftwerken den Energiemarkt aufmischen. VW produziert die mit modernen Gasmotoren angetriebenen Zuhause-Kraftwerke und Lichtblick vertreibt die Anlagen.
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Art International

Zürich ist immer einen Ausflug wert.



11. Internationale Kunstmesse
Vom 16.-18. Oktober / 11 - 20 Uhr
Kongresshaus Zürich 

Dienstag, 13. Oktober 2009

111° Fahrenheit


Nach einem geschirrlosen Steh-Frühstück machen wir uns auf den Weg, raus aus dem Stadtdschungel. Drei Stunden und wir haben es geschafft. Erst durch die Hügel nördlich von Hollywood, dem Verlauf der Interstate 5 folgend, dann auf dem Highway 99 Richtung Bakersfield, bis das Auto Durst und wir Hunger bekommen. An der Gas-Station gibts für uns zur Abwechslung mal einen Burger mit Coke XXL. Man kann gar nicht so schnell trinken, wie man den Saft wieder herausschwitzt. Inzwischen habe ich gelernt, dass 111° Fahrenheit 44° Celsius sind - die Vorstufe zur Hölle, wenn man gerade dem Kühlraum eines klimatisierten Wagens entsprungen ist. Aber wir machen es nicht wie die anderen, die ihr food quick and fast im Wagen verspeisen. Mutig setzen wir uns im Backofen auf die mittlere Schiene ein Bänkchen jenseits der Tanke und kauen schmorend am American Way Of Life. Wahnsinn.

Die Weiterfahrt bringt uns durchs eintönige Central Valley, vorbei an riesigen Rinderzuchtanstalten und bewässerten Obstplantagen, durch trockene Steppen-Landschaften, deren Indischgelb im Kontrast zum Azurblau des Himmels dem Auge schmeicheln.
Nach Fresno geht es auf die 41, langsam wird es hügelig. Die Strasse schlängelt sich durch die Ausläufer der Sierra Nevada Richtung Oakhurst. Grelles Sonnenlicht verschwindet hier hinter schattenspendendem Wald, eine Wohltat für die Augen. Etliche Serpentinen führen erst hinauf, dann wieder runter, durch einen Tunnel direkt in dieses Bild - den Tunnel View. Zauberhaft, wie die mächtige Nase des El Capitan mit der Kuppel des Half Dome im weichen Licht der Abendsonne kokettiert. Zeit für ein shooting.

Am Eingang zum Yosemite National Park kaufen wir für 20$ ein Fünf-Tages-Permit und machen uns im Valley auf die Suche nach einem Camp Ground. Viele vor uns haben das offensichtlich auch schon getan, denn alle Campingplätze sind belegt. Blöd.
Die Strassenführung im Yosemite Valley ist erstmal ziemlich verwirrend, nach einigen Runden finden wir endlich ein freies Cabin im "Housekeeping Tent", einem ziemlich lustigen und lebhaften Camp in Curry Village. Die einfachen Unterkünfte - halb Zelt, halb Bungalow - sind spartanisch ausgestattet. Stockbetten und Matratzen,  Steckdose, eine Lampe, drei Wände, ein Dach und als Eingang ein Vorhang - fertig.
Inzwischen ist es stockdunkel, es herrscht Hochbetrieb an den Lagerfeuern. Jung und alt, Kind und Kegel, alles bruzzelt, isst und plappert, mal spanisch, mal englisch, chinesisch oder deutsch, aber munter durcheinander.
Als um 10 Uhr der Ranger mit der Taschenlampe kontrolliert, ob alle Lebensmittel brav und bärensicher in die dafür vorgesehenen Stahlschränke gesperrt sind, senkt sich Stille übers Dorf.
Dann, mitten in der Nacht, so zwischen 3 und 4 Uhr, ein Höllenlärm. Männer und Frauen schreien wild durcheinander, Topfdeckel werden lautstark aneinandergeschlagen und Auto-Alarmanlagen kreischen durch die Dunkelheit. Wir spähen durch den Vorhang und sehen zwischen den Zelten Lichtschein von Taschenlampen. Sonst nichts. Nach 10 Minuten ist der Spuk vorbei, der Bär wohl verjagt, und mit ihm unser restlicher Schlaf.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Von Leistungsträgern und anderen Versagern


 gefunden bei "READERS EDITION"

"Es gehört inzwischen zum Standardrepertoire der rechten Szene, unliebsamen Mitbürgern die Rechnung aufzumachen. Vom Kleinkind bis zum Greis werden vor allem Pflegebedürftige, Ausländer und HartzIV-Empfänger unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten taxiert.
Auf der Selektionsrampe der Soziobiologisten und Sozialdarwinisten werden betagte Kranke danach geprüft, ob sie noch eines Hüftgelenks würdig sind. Für Ungeborene erstellt man je nach ethnischer und Schichtenzugehörigkeit kollektive Erfolgs- oder Misserfolgsprognosen.
Das geschieht nicht selten in pseudowissenschaftlichen Begriffen und Denkmustern, deren Wurzeln an die Scharlatanerie einer längst überwunden geglaubten Sozial-und Rassenhygiene erinnern.
Die Hauptakteure dieser Welle an Volksaufklärung sitzen in den Redaktionen von BILD und SPIEGEL. Sie heissen Baring, Broder, Diekmann, Mohr, Metzger und Volkery. Von “HartzIV-Hütten”, ist in ihren Beiträgen verächtlich die Rede, davon, dass das Prekariat nur unterhalten werden will.
Folgt man deren Weltsicht, ergeben sich Würde und Wert eines Menschen nicht per se aus dem Menschsein selbst, sondern aus seinen Immobilien, dem Kurs seiner Wertpapiere und dem Grad seiner Verwertbarkeit.
Eine Art Kastendenken hat sich während der vergangenen neoliberalen Ära in den Köpfen dieser “Starautoren” breitgemacht. Kinder unter HartzIV werden zum Beispiel pauschal als “verdickt und verdummt” entwertet. Auch eine ganz neue Mathematik wird bemüht, um das krude Weltbild zu verkaufen. Es habe sich ein Millionenheer herausgebildet, das seit Generationen von Soziahlilfe lebe, so lesen wir beim Ex-GRÜNEN Oswald Metzger.
Diese stereotype Wendung hat sich inzwischen nicht nur an den einschlägigen Stammtischen festgesetzt, auch etliche bildungsbürgerlich angehauchte Zirkel glauben inzwischen solchen Darstellungen.
Man fragt sich, wo Metzger, Broder, Diekmann und Co diese Entwicklung beobachtet haben wollen. Auf dem Merkur, wo ein Jahr 90 Tage dauert? Hier auf der Erde währt jedenfalls eine Generation 25 bis 30 Jahre, das Jahr zu 365 Tagen. Bis 1980 gab es bundesweit nicht einmal 300.000 Menschen, die von Sozialhilfe leben mussten.
Heute schreiben wir das Jahr 2009. In welcher Raum-Zeit-Falte bringen die sozialdarwinistischen Stichwortgeber der Ultrarechten mehrere Millionen “Leistungsverweigerer” und davon gleich drei Generationen unter?
Um die Minderwertigkeit der neu erfundenen Parias aus der Unterschicht besonders verwerflich erscheinen zu lassen, werden ihnen die modernen Übermenschen gegenübergestellt : die vielbeschworenen Leistungsträger. Doch wer ist diese legendenumwobene Spezies? Wie sind sie definiert? Woran erkennt man sie?
Folgt man der Logik des Boulevard, dann gehört jeder, der mehr als 100.000 Euro jährlich verdient, zur Leistungsträger-Elite. Vor allem Vermögensmillionäre gelten in den Augen der massenmedialen Volksprediger als Säulenheilige, die auf ihren wattierten Schultern wie Titane und Herkulesse das Himmelsgewölbe der Gesellschaft tragen.
Leistung bemisst sich laut Tenor in SPIEGEL, stern und BILD am Konto- und Vermögensstand. So darf sich Thilo Sarrazin mit seinem Jahresgehalt von 220.000 Euro ebenso zu den Leistungsträgern zählen wie Peter Hartz mit seinen vormals 300.000 Euro Salär, Gerhard Schröder mit seinem Gazprom-Beraterlohn gehört gemäss unfehlbarer Medien-Kurie genau so in den Olymp der Leistungsträger wie Frau Schaeffler, Hartmut Mehdorn, Klaus Zumwinkel oder Ex-Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick.
Allein die Auflistung dieser Namen weckt bei kritischen Geistern mehr als nur leise Zweifel, ob die Kriterien der Bouleveardphilosophen, was Leistung angeht, wirklich so objektiv sind, wie sie deklamatorisch beteuern. Sind Jahresgehalt und Millionenvermögen wirklich Indizien einer andächtig zu bewundernden Leistung?
Was ist mit den Wafffenschiebern a la Schreiber, was mit den Milliarden-Bankrotteuren Schneider, Schmider, Madoff oder Lehman-Chef Richard Fuld? Wie ist die Leistung von Menschenhändlern, Atomlobbyisten oder gewisser Gorleben-Gutachter einzustufen? Sie alle sind Bestverdienende, die allermeisten mit Millionen-Vermögen in der Hinterhand.
Wie steht es um die Leistung der hochbezahlten Ratingagenten, Wertpapieranalysten, Bankberater, die gesunde Firmen um ihr angelegtes Eigenkapital, Millionen um ihre Jobs, ihr Erspartes, ihre Altersvorsorge gebracht haben?
Alles Leistungsträger? Gemäss SPIEGEL, Stern und BILD: Ja.
Was ist mit den Unternehmensberatern von GROHE, Rosenthal oder MÄRKLIN? Sie haben Millionengehälter kassiert und führten diese Firmen in den Ruin, zerstückelten eingespielte Teams, verhökerten kostbares Know-How. Worin lag die Leistung dieser angeblichen Koryphäen?
Worin liegt der besondere Nutzen der Lobbyarbeit eines Wolf-Rüdiger Landowsky oder eines Friedrich Merz? Was haben sie Positives für die Gesellschaft bewirkt? Was ist von der Leistung eines Wolfgang Clement zu halten, der heute bei RWE Power und dem Zeitarbeits-Giganten Adecco hochdotierte Posten einnimmt und der dafür gesorgt hat, dass ein Heer von Tagelöhnern saisonweise für untertarifliche Mini- und Hungerlöhne schuftet, dass auskömmliche, existenz- und familiensicherende Beschäftigung immer mehr zur Seltenheit wird?
Sie alle kassieren sechsstellige Tantiemen, haben Millionenvermögen angehäuft. Sind sie deshalb wirklich schon Träger echter Leistung?
Hat nicht jeder Kindergärtner oder Taxifahrer, jede Putzfrau oder Friseuse hundertmal mehr Positives für die Gesellschaft geleistet als die Vorgenannten?
Noch mehr Zweifel am Leistungsträger-Kult keimen auf, wenn man das bisherige Lebenswerk der Herren Westerwelle, Asmussen und Steinbrück näher betrachtet. Per Lobby und Gesetz haben sie jene Schwindel- und Giftpapiere legalisiert und salonfähig gemacht, die den Steuerzahler inzwischen Hunderte von Milliarden kosten und die Staatsverschuldung in ungekannte Höhen getrieben haben.
40 Milliarden für die Rettung der Landebanken von Bayern bis Sachsen, für LBBW und HSH, 20 Milliarden kostete die Commerzbank-Rettung den Steuerzahler. Bisher. Alle verantwortlichen “Leistungsträger” gingen mit Millionen-Boni beschenkt nach Hause.
Jeder anatolische Obst- und Gemüsehändler, jede Alleinerziehende, jeder einzelne aus der verhöhnten Unterschicht hat hundertmal mehr und Wertvolleres für diese Gesellschaft geleistet als die vergoldeten Galionsfiguren und Ikonen, die in BILD und SPIEGEL beweihräuchert werden.
Oder was ist mit Jürgen Schrempp, dem ehemaligen Daimler-Chef? Um das Jahr 2000 wurde er von Henry M. Broders Kollegen als Weltstratege gefeiert. Inzwischen weiss man: 50 Milliarden Verlust hat Jürgen Schrempp - vorsichtig geschätzt - mit seinen Auslandsabenteuern eingefahren. Mindestens 100.000 Mitarbeitern kosteten seine Allüren den Job.
Alle seine Artgenossen aber stellt der “Leistungsträger” Hans Tietmeyer in den Schatten. Der einstige Bundesbank-Chef übernahm 2002 das Ruder bei der Deutschen Pfandbriefanstalt, machte in Irland dubiose Milliardengeschäfte mit Immobilien und Hypotheken. Als es finanziell knisternd eng wurde, lenkte er den Supertanker Depfa randvoll mit zertifiziertem Nitroglyzerin in den Hafen der Hypo Real. 100 Milliarden Euro kostete sein scharfer Leistungsträger-Verstand bisher die Allgemeinheit. Und für weitere 500 Milliarden muss der Steuerzahler seither gradestehen.
Genau dieser Hans Tietmeyer aber wurde von Westerwelles FDP 2002 als Banken-Kontrolleur und Chef der Bankenaufsicht vorgeschlagen, genau diesen Hans Tietmeyer wollte Angela Merkel als Experte ins Beraterteam zur Bewältigung der Finanzkrise bestellen.
Das also sind sie.
Die Exponenten und Spitzenkräfte unter den vielbesungenen Leistungsträgern. Der gesellschaftliche und wirtschatfliche Schaden dieser Alchimisten geht ins Astronomische.
Alle schwarzen Schafe unter den Leistungsbeziehern dieser Republik haben zusammengerechnet in den 60 Jahren seit ihrem Bestehen nicht einmal ansatzweise den Schaden verursacht wie ein einziger dieser erlauchten “Leistungsträger”.
Der neue Politik- und Wirtschaftsadel sowie deren Gefälligkeitsschreiber leben offensichtlich seit vielen Jahren in einer Art Rokoko-Kokon. Das heisst: Sie bekommen nur noch ganz am Rande die Nöte der kaum mit Vermögen gesegneten Mehrheit mit. Dennoch spüren auch die Höflinge inzwischen: Der Wind hat sich gedreht, das Volk glaubt nicht mehr alles, was ihm die Gilde der globalisierungsgläubigen Ablassprediger vorsetzt.
Um den Mythos vom Leistungsträger zu retten, um vom Totalversagen der bisher bestaunten Eliten und ihrer Superhelden abzulenken, werden deshalb seit geraumer Zeit in den Artikeln der Top-Meinungsmacher immer öfter Ingenieure, Ärzte und Techniker als Leistungsträger ins Rampenlicht gerückt, sozusagen als Schokostreusel auf dem ansonsten zusammengefallenen Teig aus milliardenschweren Versagern, Schiebern und Halbkriminellen.
Doch das Publikum durchschaut den faulen Budenzauber. Diese Tarn- und Täuschungsversuche wirken auf viele so, als hätte man Einstein und Albert Schweitzer zu einem Gruppenfoto mit Berlusconi und den internationalen Mafiabossen zusammenmontiert, als würde man die “Ärzte ohne Grenzen” in einem Werbespot für Landminen missbrauchen.
In dieser Phase allgemeinen Argwohns und Misstrauens, da der Manager- und Leistungsträger-Kult nicht mehr verfängt, da des Kaisers neue Kleider immer durchscheinender werden, greift man in den Redaktionen von SPIEGEL, stern und BILD zum letzten publizistischen Mittel: eine Minderheit wird als Sündenbock für die Krisenerscheinungen und den Niedergang des Landes präsentiert."

The Byrds







Übrigens, der Film ist seinerzeit unweit von San Francisco - in der Bodega Bay - gedreht worden.

The Byrds - Mr. Tambourine Man [mp3]
The Byrds - Space Oddyssey [mp3  
The Byrds - So You Want To Be A Rock ‘N’ Roll Star [mp3]

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Grösse ist doch wichtig...

...oder Klischees können auch Spass machen.

100000 ist


eigentlich keine besondere Zahl. Die 13, die 3 oder die 53 haben da schon einen anderen Stellenwert. Und trotzdem freu ich mich über die 100000 Besucher, die das Spinnennetz in den vergangenen 3 Jahren angeklickt haben. Ich danke allen für euren Besuch.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Ein Hauch von Hollywood

Venice Beach ist ein quirliges, buntes Zentrum für durchtrainierte Los Angelenos, Touristen, Strassen- und Lebenskünstler. Der 4,5 km lange Strand ist fest in der Hand der Surfer, nachts gehört er den Obdachlosen und Gangs. Kleine Läden, Cafes und hübsche Häuschen reihen sich aneinander, doch die wenigsten, die hier flanieren, wohnen auch hier. Der grosse Rest kommt - vor allen Dingen am Wochenende - mit dem Auto. Dementsprechend rar sind die Parkplätze. Als wir nach der fünften Runde das Angebot eines Parkplatzdealers für 10$ die Stunde ausgeschlagen hatten, wurden wir endlich fündig. Das Schnäppchen versprach 2$ pro Stunde, zahlbahr in Quarters an der Parkuhr. Ich hatte noch keine Münzen und wollte schnell im Laden nebenan wechseln, da stand schon der Cop am Wagen und fummelte das 50$ Knöllchen an die Scheibe, alles Reden half  nichts. Da wir noch Hollywood auf dem Programm hatten, reichte uns die eine Stunde. Ein bisschen Beach-Life schnuppern, den Surfern zuschauen, dann machten wir uns vom Acker.
Auf der Durchfahrt präsentierten sich uns die Residenzen der Reichen und Schönen in Beverly Hills und Bel Air zugeknöpft und eingemauert in Hochsicherheitstrakts, der Versuch, einen Blick durch den Zaun zu werfen, wird durch fehlende Bürgersteige vereitelt - Gehen auf der Fahrbahn ist schlicht strafbar.
Hollywood machte auf uns einen sehr geschäftigen, aber leicht heruntergekommenen Eindruck. Auf dem 35 km langen Sunset Boulevard entdeckte ich an einer Ampel stehend zufällig das legendäre Wisky A Go Go, in dem einst Rock-Grössen wie The Doors, Janis Joplin, Led Zeppelin, Alice Cooper oder The Mothers of Invention ihre fulminanten Auftritte feierten.

Nachdem wir das Auto für 20$ auf einem bewachten Langzeit-Parkplatz untergebracht hatten, liessen wir uns mit den Menschenmassen über den Hollywood Boulevard treiben, vom berühmten Chinese Theatre zum 2001 speziell für die Oskar-Verleihungen entworfenen Kodak Theatre, über den Walk Of Fame an Michael Jacksons Stern vorbei zum Wax Museum und auf der anderen Strassenseite wieder zurück. Hollywood forever - das reichte.

Der Tag sollte enden mit einem Abstecher zum Laurel Canyon. Wir wollten ein wenig herumschlendern, um vielleicht ein paar ehemalige Domizile der einen oder anderen Rock-Legende zu finden. Schon früher hatte ich mich gewundert, dass man im www nur wenige Bilder vom legendären Tal des Rock'n Roll findet. Als wir den Laurel Canyon Boulevard entlang fuhren, wurde mir klar: wenn unterschiedliche Adressen in LA sich in derselben Straße befinden, heisst das noch lange nicht, dass man von Punkt A nach Punkt B zu Fuß innerhalb eines Tages kommt! Wie auch teilweise in Beverly Hills, gab es gar keine Gehwege mehr, geschweige denn Parkmöglichkeiten. So fuhren wir auf  der kurvigen, schmalen Strasse zum Lookout Mountain, erhaschten dort einen schnellen Blick auf die Smog-verhangene Skyline und folgten dann dem verschlungenen Verlauf des Mulholland Drive am Rücken der Santa Monica Mountains bis zum Wilacre Park. Dort erlebten wir Los Angeles von einer ganz anderen Seite. Junge und Alte, mit oder ohne Kinder, mehr oder weniger sportliche Jogger und Spaziergänger, meist in Begleitung von mehreren Hunden, drehten ihre Runden auf den sandigen Wegen hoch über LA und genossen offensichtlich den Blick auf die Stadt im Sonnenuntergang und die Ruhe des Parks in den Abendstunden.
So we did.
Zurück fuhren wir an den Studios vorbei, auf der La Brea Avenue nach Inglewood. Die Füsse brannten. In einer panzerverglasten Imbissbude holten wir uns noch einen Burger und verzogen uns rasch in unser Hostel.

Für diesen Tag waren wir fertig. Mit allem.

Eminem - Say Good Bye To Hollywood [mp3]
Jackie De Shannon - Laurel Canyon [mp3]
Phil Ochs - The World Began In Eden And Ended In Los Angeles [mp3] 
The Byrds - Bad Night At The Whiskey [mp3] 
Neil Young - L.A. [mp3]