Montag, 30. April 2007

Bergwelten















Iron & Wine - Upward Over The Mountain [mp3]

Meine Bergfreundin Claudia zeigt wieder mal ihre "Bergwelten".
Und zwar diesmal passend in der Geschäftsstelle des Alpenvereins Konstanz, Hegaustrasse 5.
Die Ausstellungseröffnung ist am Montag, 7.Mai um 19:00 Uhr und die Bilder sind zu sehen bis zum 6.Juli.

Sonntag, 29. April 2007

Alp Sigl












Heute haben wir - eine lustige Truppe von 11 Leuten - wieder mal den Alpstein unsicher gemacht. Von Schwende stiegen wir zur Alp Sigl und von dort Richtung Ebenalp, am Seealpsee vorbei zum Wildkirchli, wo nebenan im Gasthaus Äscher das kühle Bier auf uns wartete.

The Shins - The Gloating Sun [mp3]

Die Sonne versengte uns schier den Pelz, kein Wildbach rauschte - die Bachbette waren ausgetrocknet. Schnee gab es nur noch in Fragmenten an vereinzelten, schattigen Stellen.















Man wähnte sich im Hochsommer - ziemlich strange für Ende April.
Der Wirt vom "Äscher" hatte prophylaktisch das Wasser an den Waschbecken abgestellt und kostenloses Trinkwasser gabs nur noch auf Anfrage und abhängig davon, ob der weitere Weg eher schweisstreibend bergauf oder mit selbstkühlendem Tempo bergab gehen würde.















Schee war's trotzdem wieder mal und die Menschenmassen reduzierten sich dort oben dank der fehlenden Seilbahn auf ein überschaubares Trüppchen.

Samstag, 28. April 2007

Kundgebung am 1.Mai 2007 in Konstanz

fällt dieses Jahr aus.

Nein, nicht ganz.
Sie wird grenzenlos.
Denn gleich nachdem
die kundgebungswilligen
Konstanzer
Kolleginnen und Kollegen
mit
Schwester Gaby
in den Mai
gerockt sind,
rücken sie aus,
um in die
Schweiz
einzumarschieren.


Marianne Faithfull - Working Class Hero [mp3]

Um
9:45 Uhr
werden sie am Hauptzoll in der Kreuzlingerstrasse von den schweizer Gewerkschafter/innen empfangen und gemeinsam, mit musikalischer Begleitung durch die Samba-Gruppe Konstanz, zum Dreispitzsaal in Kreuzlingen marschieren.
Nach der Eröffnung um
11:00 Uhr
durch Peter Keller vom Gewerkschaftsbund Kreuzlingen und Bernhard (Fips) Hanke vom DGB Konstanz, sprechen Paul Rechtsteiner, Präsident Schweizerischer Gewerkschaftsbund, und Helga Nielebock, DGB-Bundesvorstandsverwaltung.
Das DGB-Frauenkabarett "Menschen zufällig weiblich" hat seinen Auftritt um
12:00 Uhr
und um
13:00 Uhr
wird abschliessend die Samba-Gruppe Konstanz spielen.

Das Centro Italiano wird für Speis und Trank sorgen und der Nachwuchs kann sich in der Hüpfburg austoben.

Freitag, 27. April 2007

Violent Celli und der DGB

50 Jahre wechselvoller Geschichte hat das DGB-Haus in der Beyerlestrasse hinter sich.
Heute sind dort noch einige Büros der Gewerkschaft Verdi, die Rechtsstelle des DGB, ein Sitzungssaal, in welchem regelmässig unter anderem das Ortskartell und der Frauenausschuss tagt, sowie im alten Jugendraum der Radio Wellenbrecher untergebracht.
Zu dieser Geschichte gibt es jetzt eine sehenswerte Ausstellung im Stadtarchiv - heute Abend war Vernissage.
Immerhin 8 spannende Jahre meines Lebens habe ich in diesem Haus gelebt, geliebt und gearbeitet, somit war die Einladung nicht nur gesellschaftliche Verpflichtung.
Unter anderem erzählte "die rote Vera" Hemm aus ihrem politisch-bewegten Leben, welches von Kindesbeinen an, vor allem durch ihre Mutter, stark gewerkschaftlich geprägt war und worüber sie das Buch "Im Zeichen der roten Nelke" geschrieben hat.
Erinnerungen wurden geweckt an den 1.Mai 1975, als der damalige DGB-Kreisvorsitzende und SPD-Stadtrat Erwin Reisacher mit den Teilnehmern der Maikundgebung spontan den Maiumzug zu einer Demonstration für ein freies Seeufer nutzte. Das Ufer wurde nach zähen Verhandlungen von der Seestrasse bis ans Hörnle für die die Allgemeinheit zugänglich gemacht und Erwin kam mit 1.600 DM Strafe davon. Wir aber wir profitieren bis heute von dieser Aktion und die Umbenennnung des Seeuferwegs in Erwin-Reisacherweg ist längst überfällig.
Verdammt lang her - das waren noch Zeiten und ich finde, derlei Aktionen hätten ein Revival mehr als verdient.

Aber was ich eigentlich noch sagen wollte - der musikalische Rahmen dieses Abends war vom Feinsten. Das Celli-Quartett Violent Celli in der Bestzung aus vier 17- und 18jährigen Jungs spielte Beatles, Metallica, Piazzola und Eigenkompositionen mit einer virtuosen Leichtigkeit, die absolut begeisterte. Mehr davon gibts am 20. Juli in der Schlosskirche von Meersburg.

Metallica - Nothing Else Matters (unplugged) [mp3]
Apocalyptica - Faraway [mp3]

Donnerstag, 26. April 2007

Der Liegestuhl von OBI

Berge sind nun mal meine Leidenschaft, die aus Stein mehr, die anderen aus Papier weniger. Obwohl die Papierberge durchaus auch Leiden schaffen. Immerhin haben beide Gemeinsamkeiten, nur andersrum. Da steigt man halt hinauf und dort arbeitet man manchmal ab.
An diesem harmlosen Montag arbeitete ich also wieder mal einen riesigen Papierberg ab und nach der Ankunft im Papiertal drängte es mich zuhause mit Gazette auf eine Runde Liegestuhl.
Das Teil hielt der Alltagslast nicht lange stand, ratsch und ich lag am Boden.
Nicht gut, also auf zu OBI, als letzte Montagsheldentat. An der Kasse, mit neuem Liegestuhl bewaffnet, merkte ich, dass dieser Tag noch nicht zu Ende war. Meine EC-Karte, Mist, wo hab ich die hingepackt? Egal, da musste die Firmenkreditkarte herhalten. Ich bekam Kopfschmerzen, richtig heftig, stieg in mein Auto und wollte nur nach Hause. Die Sonne stand schon tief und blendete in meine Rückspiegel. Als sie für kurze Zeit hinter einer Kurve verschwand, sah ich die Bullerei mit Blaulicht hinter mir. Ordnungsgemäss fuhr ich rechts ran, um sie vorbeizulassen, doch dummerweise wollten die das gar nicht, sondern hielten hinter mir.
Da nahm das Schicksal seinen Lauf. Papiere - blabla - haben Sie nicht gesehen - blabla - nein hab ich nicht - blabla - dann müssen wir - blabla - leider die Stadtkasse füllen - blabla.
Nicht ganz schüchtern forderte ich meine Papiere und meinen verdienten Feierabend und nach der ernstgemeinten Frage, ob ich denn beim Schreiben behilflich sein dürfte, damit das Ganze etwas an Tempo gewinnt, fing einer der zwei lustigen grünen Buben an zu hecheln.
Erschrocken fragte ich weiter, ob ihm denn jetzt gleich einer abgehe. Das fand der Bube gar nicht lustig und wurde nun auch noch grün im Gesicht.
Ja, ich weiss, sowas gehört sich nicht für eine Dame, aber nur Zahlen ohne Spass ist auch dämlich.
Den Tatbestand der Beamtenbeleidung und sonstigem erfüllt, durfte ich nach sinnfreier Diskussion dann endlich den Heimweg und die Liegestuhlprobe in Angriff nehmen.
Und die EC-Karte fiel mir blitzblanksauber beim anschliessenden Wäscheaufhängen vor die Füsse.

Gary Jules - Mad World [mp3]

Mittwoch, 25. April 2007

Tadasana

"Tada“ bedeutet Berg und "sama" Senkrechte. „Tadasana“ ist folglich eine Haltung, in der du aufgerichtet und fest wie ein Berg stahst. " Tada“ bedeutet auch eine Palme, die gerade wächst.

Tadasana ist die grundlegende, stehende Haltung im Yoga, auch Berghaltung genannt . Mit ihr beginnen und enden alle Stellungsfolgen. Die Praxis dieser Haltung stellt die Grundlagen der Platzierung und der Ausrichtung her, deren Grundregeln in allen stehenden Haltungen durchgeführt werden. Das Hauptgewicht dieses Asanas liegt auf der Herstellung einer Grundlage der Stabilität und der Symmetrie.

Leslie West - The Hall Of The Mountain King [mp3]
Apokalyptica - Hall Of Mountain King [mp3]

Aus dem "Yoga des Patanjali" Sutra 30

"Ablehnung:
Das menschliche Denken unterliegt der Macht der Gewohnheit. Daher lehnt es viele Dinge ab, die es nicht mag. Statt sie unbeachtet zu lassen, weist es sie zurück und verschwendet Zeit, Energie und Bewusstsein. Dies wird zu einem grossen Hindernis. Wer dem Yogapfad folgt, ist mit dem beschäftigt, was er tut, und gibt sich nicht damit ab, unnötige Dinge abzulehnen. Auf diese Weise steht er positiv zu allen Philosophien und Theorien der Menschen in der Welt. Wenn es etwas gibt, das wir nicht mögen, steht es uns im Weg. Emerson sagte: "Es gibt keine schlechten Menschen auf der Welt. Es gibt nur Menschen, die sich schlecht verhalten." Eine solch positive Einstellung beseitigt Hindernisse."

Sonntag, 22. April 2007

Iggy und die 60

Bei MOZ (Märkische Oderzeitung) gibt es eine lesenswerte Hommage an "Die bekanntesten Rippen des Punkrock" - Iggy Pop wird 60.

1977 - da waren die Rippen alterstechnisch grade mal die Hälfte - schrieb das Magazin "RockStar" über Iggy Pop und David Bowie in Berlin:
"[...] Auch Iggy Pop spuckt endlich wieder musikalische Töne, statt Blut nach einer Überdosis. Zusammen mit Bowie schrieb und produzierte der Amerikaner sein erstes Soloalbum. Auf ,The Idiot' ist das ungestüme Chaos der Stooges-Ära einer coolen Katerstimmung gewichen. Iggy klingt in seinen neuen Songs wie ein Rockgossen-James-Brown, der ein Bein im Grab und eins auf der Tanzfläche hat. Vielleicht erobert Berlin also doch noch die Welt, wesentlich friedlicher und wohlklingender, mit Söldnern aus London und Detroit. Und irgendwann bestimmt, wird auch die Narbe verheilen und die Mauer niedergerissen. Vielleicht mit einem Song, gesungen von einem grossen Propheten, der die Freiheit liebt und Hoffnung im Namen trägt. [...]"

Iggy Pop - Sister Midnight [mp3]

Iggy Pop - In The Death Car [mp3]

Eine charmante Aussage stammt von Leonard Cohen: "Iggy Pop has a physique to rival my own."

Cheers Iggy and stay further alive outside the deathcar for the next thirties!
Alle, die noch gratulieren wollen, können sich auf der längsten Geburtstagskarte der Welt verewigen.

Juliette And The Licks

Gestern war ich das erste mal im Rohstofflager in Zürich. Dieses entpuppte sich als feine Konzert-Location mit klasse Atmosphäre. Besonders gut gefiel mir unser luftiger Standort während des Konzertes oben auf der Gallerie. Das war fast wie auf dem Berg - erhaben, gute Fernsicht, im Vergleich zu unten wenig Menschen. Nur die Luft war aromatischer. In den Bergen riecht das Gras irgendwie anders.
Aber dann kam sie. Und dann blieb mir die Luft ganz weg. Rockröhre und Energiebündel Juliette Lewis mit ihren Licks brachte in wenigen Minuten das ausverkaufte Lager zum kochen. Wie ein Irrwisch, mit vollem Körpereinsatz und pathetischen Rockposen fetzte das zierliche Mädel über die Bühne - das weibliche Iggy Pop Pendant. Die anfängliche Skepsis wegen der unausgewogenen Abmischung des Sounds konnte dem Tempo auf der Bühne nicht mehr standhalten und ich hab's nur noch genossen.
Rohstoff Rock, pur und unverdünnt war das - den fantastischen Livequalitäten der Licks zu verdanken. Einfach ein geiles Konzert.

It was only Rock'n Roll but I liked it.

Juliette And The Licks - Get Your Tongue Wet [mp3]

Manche mögen's heiss

Im Grunde genommen mag ich's ja auch heiss.
Alles Mögliche, aber Musicals anzuschauen gehörte bisher nicht zu meinen heissen Beschäftigungsfavoriten - nein, ich war bisher eher die Musicalignorantin. Dank meines Theater-Abos kam ich nun am Donnerstag doch in den Genuss einer amusanten Ausnahme der Regel.
Eine umwerfend witzige Komödie - das gelang nicht nur Billy Wilder 1958 mit seinem Streifen "Some Like It Hot" sondern auch Rosamund Gilmore mit der temporeichen, musikalischen Buhnen-Fassung von "Manche mögens heiss" am Konstanzer Stadttheater.
Vor allem die zweite Spielhälfte war gespickt von Komik und Slapstick par Excellence.
Ingo Biermann als Joe/Josephine und Harald Schröpfer als Jerry/Daphne verkörperten ihre vertauschten Geschlechterrollen aberwitzig komisch und mit enormer Spielfreude, ganz ohne tuntig zu wirken.
Einfach köstlich, Daphne und dem Millionär Osgood - hervorragend gespielt von Frank Lettenewitsch - beim leidenschaftlichen Rosen-Tango zuzuschauen.

Daphne: "Ich bin Kettenraucherin"
Osgood: "Egal"
Daphne: "Ich kann keine Kinder kriegen"
Osgood: "Egal, dann adoptieren wir welche"
Daphne: "Ich bin ein Mann"
Osgood: "Egal. Nobody is perfect"




Alexia Rödiger in der Rolle von sweet Sugar überzeugte als naiv-charmante Ukulelespielerin, ihre Begeisterung für brillentragende und saxophonspielende Männer konnte man geradezu nachempfinden.

I Wanna Be Loved By You (Monroe Cover) [mp3]

Und - last but not least - kein Musical ohne Musik. Die swingende Damenkapelle "Constance Society Syncopators", die für diese Inszenierung via Zeitungsannonce zusammengefunden hat, war bei Bandleader Paul Amrod bestens aufgehoben.

Alles in allem eine unbedingt sehenswerte, spritzige Persiflage auf den "American Dream".

Normalerweise beurteile ich die Qualität eines Stückes am Rückenschmerzindex - je früher ich die Sitzposition verlagern muss, desto schlechter oder langweiliger das Theater. Dieses mal trat das Phänomen erst am nächsten Tag im Büro ein...

Mittwoch, 18. April 2007

Whitehorse



















Street To Nowhere - Chelsea Hotel (Cohen-Cover) [mp3]

Da werden wir also geerdet. Whitehorse von oben sieht recht übersichtlich aus - die Planung schreitet voran. Es sind zwar noch 4 Monate bis zu unserem Trip, aber der biometrische Reisepass und das Permit für den Trail wollen frühzeitig geordert sein. Pass beantragt, Permit gekauft (die Mädels im hohen Norden entlassen nur 42 Nasen pro Tag in die Wildnis und der wandertaugliche Sommer am Yukon ist kurz) - alles wird gut und die Vorfreude steigert sich langsam. Heute hab ich ne mail nach Whitehorse abgeschickt, und ratzfatz war die ausführliche Antwort da. Nicht mal 10 Minuten hat das gedauert. Zack und Peng - DAS liebe ich so an diesem Land. Wenn's so weitergeht, werd ich mich nebenbei mit Auswanderungsplänen beschäftigen...

Nun gehts erst mal weiter mit der Ausrüstung. Ruck- und Schlafsack sowie Zelt sind vorhanden. Neue Bergschlappen sind im Anmarsch und - ganz aktuell - ein Satelitenhandy will gebraucht werden. Ist doch mein einzigstes, heissgeliebtes und altbewährtes Nokia nach 5 Jahren in die Knie gegangen.
Manitou hab es selig.
Da bleibt mir nix anderes übrig, als mich durch den kapitalistischen Handyvielfaltsdschungel durchzuschlagen. Passt schon, wahrscheinlich hat's Nokiale frühzeitig gemerkt, dass es dieser Herausforderung nicht gewachsen ist.
Dann wäre da noch das Ladeproblem. Schliesslich fressen die Dinger Strom, wie auch die Kameras. Die sind zwar nicht überlebensnotwendig, sollte man aber mitnehmen, denn die knuffigen Knuts und die hübschen anderen Bären laufen nicht einfach zum Spass da rum - die wollen fotografiert werden. Und der Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose. Nur - was tun, wenn es über Tage und weit und breit keine Steckdosen gibt? Klar doch, wir zapfen die Sonne an, die soll gefälligst ihre überschüssige Energie in die Solarzellen schiessen anstatt an den Knut'schen Eisschollen zu lecken.
Also, selbst auf der Suche nach einem Solarladegerät erlebt man Überraschungen.
Nicht unbedingt wildnistauglich, aber immerhin: der Solarbikini. Eine Solarladekappe wäre für meinen Fall sinnvoller - vielleicht kann man das Gewerke ja über die Gore-Klammotten ziehen? Würde sicher für eine interessante Optik sorgen und wäre bestimmt ein Blickfang.

Ich glaub mich knutscht ein Bär.

Dienstag, 17. April 2007

Surya Namaskar

Aus dem "Yoga des Patanjali" Sutra 30

7. Trügerische Vision ist nur eine Täuschung im psychologischen Instrument.

Das Denken und die Sinne sind nur Instrumente und haben ihre eigenen Beschränkungen. In der Dunkelheit kann man ein Seil leicht für eine Schlange halten. Manchmal mag man eine Schlange für ein Seil halten. Das wird Illusion genannt. Die Illusion dient dem Leben auf ihre Weise. Ohne die Illusion würde man einen Menschen nicht als seinen Ehepartner, sondern als ein Skelett mit Fleisch und Blut ansehen. Lassen wir das Spiel der Illusion nur im Rahmen des rechten Masses zu, dann sind wir auf dem Yogapfad. Sobald die Illusion ohne unser Einverständnis mit unserem Denken spielt, wird sie zu einem Hindernis.

Nick Drake - Pinkmoon [mp3]

Das war der Spiritus heute abend. Aber dann kam:
Surya Namaskar. Oder eingehildet: das Brett ruft.
In echt heisst das eigentlich "Sonnengruss". Das stellte sich aber als trügerische Illusion heraus, denn die Sonne hatte sich schon verabschiedet und meine Gelenke verweigerten nach 3-wöchiger Yogaabstinenz trotzig den Gruss. So wurde aus dem Gruss an die Sonne ein Kuss aufs Brett.
Das ganze sah dann angehübscht in etwa so aus (12 x):
















Und als Abschlussübung folgte mein Lieblings-Asana:
"Trinkno Äbier Undligna" oder "Das Bett ruft".











Om. Und Namaste.

Sonntag, 15. April 2007

Chilkoot Pass








Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Panoramablicks vom Chilkootpass.
Aufgenommen von Andreas, der mich freundlicherweise bei der Planung des Trails unterstützt.

Art Brut - Pump The Volume [mp3]

"Die Bergpässe nahmen während des Goldrausches grössere Bedeutung an, weil über sie die Goldfelder am Klondike am schnellsten erreicht werden konnten.
Am nördlichsten lag der Chilkoot Pass, der den heutigen Hafenort Haines mit Haines Junction im Yukon am Alaska Highway verband. Der dort lebende Wolf-Stamm, eine Gruppe des Chilkat-Stammes, hatte direkten Zugang zum Kusawa-See und konnte über den Takhini-Fluss problemlos den Yukon River erreichen. Es waren Chilkat-Krieger, die im Jahre 1852 das von dem kanadischen Pelzhändler Robert Campbell 1848 gebaute Fort Selkirk am Yukon angriffen und zerstörten. der Grund für diese Zerstörung war, dass der Handel zwischen den Küsten- und Inlandsstämmen durch die weissen Eindringlinge gestört wurden."

Samstag, 14. April 2007

Touren mit Herz

Bayerns Metallarbeitgeber haben eine "Tour mit Herz" gestartet, um für einen Mini-Lohn-Abschluss zu werben.
Der Siemens Konzern hat schon eindrucksvoll Herz bewiesen. Erst gab es dicke Geschenke an ausländische Kunden und dann auch noch etliche Millionen für eine "unabhängige Arbeitnehmerorganisation" Und letzteres, ohne auch nur die geringste Gegenleistung zu erwarten, aus purer Nächstenliebe.
Denn Siemens-Chef Kleinfeld hat "nicht den Eindruck, dass die AUB besonders arbeitgeberfreundlich ist".
Und trotzdem bekam sie 4 mal so viel Geld, wie Kleinfeld als Jahresvergütung erhält. Kleinfeld ist übrigens mit seinen gut 3,6 Millionen Jahressalär nicht der Spitzenverdiener unter den deutschen Vorständlern. Im Schnitt kassierte der Vorstandsvorsitzenede eines Dax-Unternehmens 2006 laut "Frankfurter Allgemeine" über 4,7 Millionen Euro - knapp 160 mal soviel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer.
2006 gönnten sich Dax-Vorstände über 15% Gehaltserhöhung. Wir wollen noch nicht mal die Hälfte, sind aber nicht sozialneidisch.
Schliesslich können Vorständler
a) 160 mal soviel leisten wie wir und
b) tragen sie die Verantwortung - z.B. bei Siemens.

Für Miri ;-)

Donnerstag, 12. April 2007

Born To Be Wild

Vor 100 Jahren kämpften sich abertausend Menschen die Pässe des Nordens hinauf, um an die Goldfelder des Klondikes zu gelangen. Einer der meist begangenen Wege war der Chilkoot Trail, gleichzeitig Ausgangspunkt zum Klondike und das am Pazifischen Ozean gelegene Skagway. Hier mußte von jedem, der diesen Weg wählte, eine Tonne an Vorräten hochtransportiert werden, die dann zum Yukon geschleppt wurden. Für die meisten Stampeder war dieses ein Leidensweg. In nie endenden Menschenschlangen quälten sich hier im Winter 1897 die Menschen bis zu dreißigmal den steilen Anstieg auf den 1100 m hohen Chilkoot Pass hinauf.

Talking Heads - No Compassion [mp3]

In a world
Where people have problems
In this world
Where decisions are a way of life
Other peoples problems they overwhelm my mind
They say compassion is a virtue, but I dont have the time

So many people...have their problems
Im not interested...in their problems
I guess ive...experienced some problems
But now ive...made some decisions
Takes a lot of time to push away the nonsense
Take my compassion...push it as far as it goes
My interest levels dropping, my interest level is dropping
Ive heard all I want to, I dont want to hear any more

Mittwoch, 11. April 2007

Chilkoot Trail
















Iron & Wine - Naked As We Came [mp3]

Am Anfang war das Wort.
Dann folgte die Tat.
Die da wäre:
Flüge gebucht und ab über die schmelzenden Polmützen.
Das geht ganz schnell - über 9 Zeitzonen in 20 Minuten - 11:20 Abflug und 11:40 am gleichen Tag sind wir schon da. Wäre da nicht der 10-stündige Flug dazwischen.
Anyway.

Bis August haben wir noch etwas Zeit, um uns geistig, muskulär und ausrüstungstechnisch vorzubereiten...*freu*

Dienstag, 10. April 2007

Vielleicht

Manchmal hinken wir
Vielleicht sinken wir
in ein anderes Blau
Manchmal

Komm

Wir winken
Und wanken
In leisen Gedanken
Ertrinken
Am Morgen
Und sinken
Am Abend
In laute Gedanken
Vielleicht
Denken wir
Manchmal

Schenken wir

Uns
Dir
Mir
Ein Lächeln
Ein Ohr
Blicke
Ein Herz

Björk&PJ Harvey - Satisfaction [mp3]

Neue Radargeräte in der Schweiz















Hier eine Info über neue Radargeräte in einigen Bezirken in der Schweiz.


Achtung! Seit Montag, 19.3.2007 sind an der Baustelle zwischen Ausfahrt Weiningen (nach Gubristunnel) und Ausfahrt Urdorf
in der Leitplanke neue Radargeräte installiert.
Die Kamera ist so eingestellt, dass sie auch eine fehlende Vignette, Nichttragen der Gurte oder Telefonieren erkennen kann.
Im Verlauf des Jahres 2007 werden gleiche Anlagen bei Neuenhof, auf der Höhe des Tunnels Baregg , im Kanton Zug bei der Verzweigung Küssnacht/Gotthard und im Kanton Schwyz installiert.

Tempoüberschreitungen: soviel kostets und rasch ist der Ausweis weg!

Montag, 9. April 2007

Ruine Kargegg

"Wer ist Nächster?" fragte die Bedienung am Ausschank der Bauernstube Litz. "Ich glaub die Kinder da drüben waren vor uns", antwortete eine ältere Dame neben uns, worauf es hinterm Tresen hervorfragte "Kinder??? Naja..." Gemeint waren mein Sohn - knapp 1,90m gross, und ich - jenseits der Mittlebenskrise.
Also, wie gesagt, heute war Familientag. Hätte nicht geglaubt, welch enormen Verjüngungseffekt eine entspannte Radtour mit sich bringt. Egal, also, wir 3 Kinder erforschten hoch zu Rad den Bodanrück - heute wollten wir die Ruine Kargegg erobern, um anschliessend durch die Marienschlucht an den See vorzustossen. Pustekuchen! Marienschlucht nur unter Lebensgefahr betretbar, stand auf der behördlichen Verbotstafel...nee, an so einem tollen sonnigen Tag wollten wir uns das nicht antun.
Vor 2 Jahren ist dort wohl ein Teil des Weges abgerutscht und bislang noch nicht wiederhergestellt worden; laut Planung ist es irgendwann 2007 soweit.
Auf dem alternativen Umgehungsweg nach Wallhausen begegneten wir einem Eulengewölle, welches nach vorsichtigem Pulen die sterblichen Überreste einer Maus freigab - Schädelchen mitsamt gut erhaltenen Mäusezähnchen. Leider fielen diese etwas zu klein aus, um mein Gebiss damit kostengünstig zu sanieren. So sei es denn - der Herr gibts, der Herr nimmts.

Beim abschliessenden Einkehrschwung in den sonnendurchfluteten Garten der oben beschriebenen Verjüngungsstube zu Freudental, sinnierten wir noch über das Gute des Schlechten, sprich über die Vorteile einer Ex-VW-Bus-Besitzerin:
Zu Buszeiten quälte mich an solchen Feiertagen regelmässig der Entscheidungswahn. Einerseits wäre ich gerne weggefahren, spontan irgendwo in den Süden oder die Berge, andererseits hätte ich gerne stressfrei die Beine hochgelegt oder die heimischen Gefielde per Pedes oder eben zweirädrig erkundet. Nur, meine mobile Zweitwohnung stand schliesslich vor der Tür und wollte genutzt werden. Der aufwändige Entscheidungsprozess hielt uns oft in Schach - von diesem Dilemma bin ich jetzt befreit. Auf den Strassen dürfen gerne all die anderen im fein stäubenden Stau stehen, und die Kohle für Heimtrainer oder Fitnessbude investier ich lieber nach schweisstreibendem Strampeln in ein Steak mit Weizen im nahen, lauschigen Biergarten.
Und ganz nebenbei erfährt man dabei noch einiges über unsere geschichtsträchtige Heimat:
Der Name Kargegg dürfte seinen Ursprung in einem Gewannnamen "uff der kargen Egg" aus dem Jahr 1273 haben.Unter anderem soll Kargegg als Hehlernest für diverses Raubgut gedient haben.Am 25. Mai 1525 brannten aufständische Bauern die Burg nieder. Seitdem ist sie unbewohnt und verfällt.

Von der Ruine Kargegg existiert auch folgende Sage:
Ein Liebhaber einer hübschen Tochter des Burgherren durchschwamm für ein Treffen in einer Nacht den Überlinger See. Dabei sollte ein Licht am Fenster ihm den Weg zeigen. Doch im aufsteigenden Nebel verlor der Schwimmer die Orientierung und ertrank letztendlich völlig entkräftet.

Patrick Wolf




















"Freiheit war bereits das unterschwellige Thema von Patricks erstem Album "Lycanthropy" (erschienen auf der Insel 2003, auf dem Kontinent 2004). Auf diesem durch und durch wahnwitzigen Debüt kam sie noch als regelrechtes Frei-Brechen daher, verschlüsselt und zugleich verwoben mit dem chaotischen Erleben des eigenen Heranwachsens und sich Wandelns: Patrick Wolf als selbst(v)erklärter Werwolf.
Patrick Wolf hat eine Vorliebe für ungewöhnliche und teilweise heute nicht mehr verwendete Instrumente - etwa Dulcimer oder sein Markenzeichen, die Ukulele; dazu natürlich die Geige, an der er eine klassische Ausbildung erhalten hat, oder das Akkordeon. All diese werden auch von ihm selbst gespielt - Synthesizer sind für Patrick Wolf auschließlich dafür da, ihre ureigenen Töne zu produzieren, keinesfalls jedoch die anderer Instrumente nachzuahmen."

Patrick Wolf gibts zu hören und zu sehen beim Donaufestival in Krems am 27.4.

Patrick Wolf - Ouverture [mp3]

Samstag, 7. April 2007

Frohe Ostern










Allen Lesern und Nichtlesern da draussen wünsch ich saustarke, genüssliche und sonnige Ostertage!

Hier gibt's keine Ostereier, dafür was auf die Ohren:

Arcade Fire - My Body Is A Cage [mp3]

Freitag, 6. April 2007

Kartause Ittingen

Heute lockte uns kein grosser Berg, nur ein kleiner Hügel, der Seerücken - den erzwangen wir mit dem Fahrrad. Von Konstanz am Rhein lang nach Steckborn, dann schnaubten und schoben wir den Buckel hoch und fuhren durch eine idyllische Lanschaft, teilweise an der Thur entlang über Weiningen und Warth zur Kartause Ittingen. Ein wahrhaft paradiesisches Fleckchen Erde - eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft liegt das ehemalige Kartäuser-Kloster vor uns. Der lauschige Biergarten innerhalb der Klostermauern ist wohl einer der schönsten weit und breit und dort geniessen wir entspannt die restlichen Sonnenstrahlen und stärken uns für die Rückfahrt.

Ein wirklich lohnenswerter Radausflug an einem so
herrlichen, sonnigen Frei-Tag - das ist wiederholungsverdächtig.















Zur Geschichte der Kartause:
Von 1150 bis zum Jahr 1848 beherbergt das Kloster Mönche vom Kartäuser-Orden, 1867 kauft eine Familie Fehr die Anlage und betreibt dort über 100 Jahre Weinbau und Landwirtschaft. Die Stiftung "Kartause Ittingen" übernimmt 1977 die Anlage und rettet sie vor dem Zerfall. Heute ist die Kartause eine kulturelle Begegnungsstätte und Treffpunkt für Menschen aus allen Kulturen, Nationen und Religionen. Es befindet sich dort ein Schulungs- und Tagungszentrum, der Gutsbetrieb mit Käserei und Weinbau, ein Gastwirtschaftsbetrieb, der Heim- und Werkbetrieb für psychisch und geistig behinderte Menschen und beherbergt das Kunstmuseum des Kantons Thurgau, das Ittinger Museum und das tecum, das evangelische Begegnungs- und Bildungszentrum.

Regelmässig stellen Künstler in den beiden Klosterkellern mit ihren beeindruckenden Gewölben ihre Werke aus - aktuell Ernst Thoma, ein Thurgauer Experimentalmusiker und Videokünstler, bekannt durch seine epischen „Landscapes“, in denen sich grossformatig projizierte Landschaften langsam, fast unmerklich verändern. Neben der Auseinandersetzung mit solchen städtischen Landschaften wandte sich Ernst Thoma in Berlin auch einem für ihn ganz neuen Thema zu: der menschlichen Figur. Als Ausgangsmaterial verwendet der Künstler Aufnahmen seines eigenen, nackten Körpers. In einer zweiten Werkgruppe sind es Bilder von pornografischen Websites.
Grossformatige Digitalprints und Videoprojektionen finden sich im grossen Kellergewölbe zu einer eindrücklichen Installation zusammen, in der die Themenwelt des Klosters – Schuld und Sühne – eine genuin heutige Umsetzung erfährt.

Montag, 2. April 2007

Shannon Wright

Within The Quit Of Demand
What could hinder this haste
Calm strewn the isle of this tattered grain
In all this muzzled distaste
I brush the vial hoping to misplace
Cover me with soil and tread
Drape me with flames this frock of disdain
Stop this sunken ravine pull out the slate
From under me
This kingdom in the quilt of demand
Forces the conquer of the plan

Shannon Wright - Within The Quit Of Demand [mp3]

Sonntag, 1. April 2007

Paul Camilleri

Paul Camilleri spielte gestern mit seiner 3-Mann Combo im Eisenwerk in Frauenfeld.
Sie boten Blues-Rock vom Feinsten, einen absolut sauber abgemischten Sound mit guter Akkustik im Saal.

Ein perfektes Konzert, aber für mein Gefühl eben "zu" perfekt.
Die Show excellent einstudiert, die Akkorde exakt platziert, aber leider profillos, nichts Improvisiertes und nichts Erdiges, was ich am Blues sonst so liebe. Der Sound wollte einfach nicht unter die Haut - in die Beine schon.
Vielleicht fehlen dem Camilliero einfach noch ein paar Jährchen "Blues" oder ich bin doch zu alt für den jungen Blues...

Ain't Givin' Up [mp3]